Mach mal das, was du willst

Letzte Nacht hatte ich einen wiederkehrenden Traum. Ich träumte erneut davon, einen Essanfall gehabt zu haben. Für diejenigen unter euch, die sich das vielleicht nicht vorstellen können: Ein Essanfall bedeutet nicht, ein Stück Kuchen zu viel zu essen. Oder eine ganze Tafel Schokolade zu verdrücken. Auch Burger mit Pommes und hinterher noch ein Eis sind kein Essanfall. Ein Essanfall ist ein ganzer Kuchen, plus mehrere Tafeln Schokolade, plus das Burgermenü, plus das Eis. Es ist gerade so viel, wie dein Körper noch ertragen und dein Magen noch halten kann. Gerade so viel, dass du noch auf allen vieren zum Klo kommst, um innerhalb weniger Minuten deinen Magen wieder vollständig zu entleeren. Ich werde an anderer Stelle auf diese furchtbare Art der Selbstzerstörung zurückkommen. Aber zurück zu meinem Traum. Ich träumte also wieder einmal davon, einen solchen Anfall gehabt zu haben. Ich hatte diesen Traum schon häufig, immer ist er um einige Details verändert. Eine Sache verändert sich jedoch nie: Der Traum startet nach dem Essanfall und vor dem Erbrechen. Immer bin ich panisch auf der Suche nach einem Klo. Oder jemand hält mich davon ab, es aufzusuchen. Oder es gibt einfach keins, da wo ich mich im Traum befinde. Dieses mal befand ich mich allein in der Wohnung meines Freundes und er hatte offenbar beschlossen, sein Badezimmer ‚zu entfernen‘. Jedenfalls konnte ich keins finden und dort, wo normalerweise die Tür hätte sein müssen, befand sich nur glatte Wand. In meiner Panik rief ich ihn an und wollte wissen, was er getan habe, wo das Badezimmer hin sei. Ich müsse dringend auf die Toilette, sagte ich. Ich hörte wie er am anderen Ende seufzte. Du musst erstmal gar nichts, sagte er dann. Und das Klo aufsuchen schon gleich dreimal nicht. Mach mal das, was du willst. Und nur das. Und das war der Moment, in dem ich aufwachte. Irgendwie ein schöner letzter Satz für einen Traum, finde ich. Mach mal das, was du willst. Und nur das. Ein bisschen kitschig vielleicht. Aber er bringt mich zum Nachdenken. Immerhin.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s